Die Geschichte des Holz-Fertigbaus

Eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält

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Die 1820 gegründete Zimmerei Finger in Burgwald-Bottendorf war einer dieser Betriebe die sich nach dem Krieg dem Fertighausbau widmete und aus der später das Unternehmen FingerHaus hervorgehen sollte. (Foto: FingerHaus)
Die 1820 gegründete Zimmerei Finger in Burgwald-Bottendorf war einer dieser Betriebe die sich nach dem Krieg dem Fertighausbau widmete und aus der später das Unternehmen FingerHaus hervorgehen sollte. (Foto: FingerHaus)

Der Ursprung des Holz-Fertigbaus

Die Idee mit Fertigteilen Gebäude zu errichten, ist viel älter als gemeinhin angenommen wird. Bereits aus dem antiken Ägypten stammen erste bekannte Zeugnisse von vorgefertigten Bauteilen, die zur Baustelle transportiert und dort montiert wurden. So fertigten die alten Ägypter riesige Teile für ihre Pyramiden, die sie dann per Schiff Nilabwärts in den Norden des Landes transportierten. Aus dem 12. Jahrhundert stammen Zeugnisse einer Art Tafelbau aus Japan. So wird von einer zerlegbaren Hütte berichtet, die auf Handkarren transportiert werden konnte.

Etwa zur gleichen Zeit, im 12. Jahrhundert, bauten Baumeister in Mitteleuropa erste Fachwerkhäuser. Vorgefertigte Teile wurden an der Baustelle zu Holzgerüsten montiert und die Zwischenräume – die sogenannten Gefache – mit Lehm ausgefüllt. Die Fachwerkbauweise entwickelte sich fortan nördlich der Alpen bis ins 19. Jahrhundert zu der weitesten verbreiteten Bauweise für Hochbauten und gilt technisch und historisch als der eigentliche Ursprung des Holz-Fertigbaus.

Die Entwicklung des modernen Holz-Fertigbaus

Der moderne Fertigbau beginnt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den USA. In Zeiten der Besiedlung des Westens und des Goldrausches wurden Häuser benötigt, die schnell zu errichten waren und deren Rohstoff – das Holz – in Nordamerika in Hülle und Fülle vorhanden war. Der Holzrahmenbau, ein Stabwerk aus senkrechten Stielen und waagerechten Riegeln und einer Beplankung mit Brettern, wurde entwickelt. Noch heute ist diese Art zu bauen in Nordamerika bei ein- und zweigeschossigen Häusern vorherrschend.

Vertreter der Design- und Architekturschule BAUHAUS in Dessau beeinflussten die Entwicklung des modernen Holz-Fertigbaus in Deutschland maßgeblich.
Vertreter der Design- und Architekturschule BAUHAUS in Dessau beeinflussten die Entwicklung des modernen Holz-Fertigbaus in Deutschland maßgeblich.

Motor der Entwicklung in Deutschland waren vor allem Vertreter der Design- und Architekturschule BAUHAUS in Dessau. Sie entdeckten gegen Ende der 1920er Jahre die Vorteile der Vorfertigung zum Bau standardisierter Hausserien, die finanziell erschwinglich sein sollten und dabei ästhetisch ebenso anspruchsvoll wie funktional. Schon damals kristallisierten sich entscheidende Vorteile der Bauweise immer deutlicher heraus: der hohe Grad der Vorfertigung der Elemente im Werk sowie die kurze Bauzeit sowohl im Werk als auch an der Baustelle. Nicht zuletzt diese Pluspunkte veranlassten nach dem zweiten Weltkrieg mehrere Zimmereien auf den Bau von Fertighäusern zu setzen und so etwas wie eine Fertighausindustrie entstehen zu lassen.

Im hessischen Bottendorf wird der Zimmereibetrieb Finger gegründet. (Foto: FingerHaus)
Im hessischen Bottendorf wird der Zimmereibetrieb Finger gegründet. (Foto: FingerHaus)

Die 1820 gegründete Zimmerei Finger in Burgwald-Bottendorf war einer dieser Betriebe die sich nach dem Krieg dem Fertighausbau widmete und aus der später das Unternehmen FingerHaus hervorgehen sollte. Der Holz- und Zimmerhandwerksmeister Heinrich Finger als Gründer der Zimmerei arbeitete noch rein handwerklich mit Bundgeschirr, den klassischen Werkzeugen eines Zimmerers. Damit hat er vor allem Dachstühle und Fachwerkhäuser gebaut. 1927 wurde die Zimmerei um ein Sägewerk erweitert, 1939 kam eine Schreinerei hinzu – 1948 übernahm Adam Finger den Betrieb und baute ein erstes Fertighaus. Finger wirkte in den folgenden Jahren als Pionier des modernen Fertighausbaus. Als Baustoff setzte er selbstverständlich auf das Holz – FingerHaus weist somit 200 Jahre Kompetenz im Umgang Holz auf, welches heute mehr denn je als Zukunftswerkstoff gilt.

Das erste Finger-Haus wird 1948 gebaut. (Foto: FingerHaus)
Das erste Finger-Haus wird 1948 gebaut. (Foto: FingerHaus)

In Deutschland konnten sich nach dem zweiten Weltkrieg in den Wirtschaftswunderjahren immer mehr Menschen ein Eigenheim leisten, was einen regelrechten Bauboom im Land auslöste, der in den 70er Jahren auf seinem Höhepunkt ankam. Fertighäuser galten in dieser Zeit zwar als preisgünstig aber hatten mitunter ein Imageproblem, da sie teilweise als minderwertig und architektonisch langweilig angesehen wurden.

In den 80er Jahren verordnete sich die Branche eine Qualitätsoffensive um sich vom Image der Billigbauweise zu lösen. Führende Hersteller verständigten sich auf die Gründung der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF). Mit Ihrer Satzung haben sich die Mitgliedsunternehmen zu höchsten Anforderungen an Bauqualität und verwendete Materialien verpflichtet, was mehrmals im Jahr durch unabhängige Prüfer im Werk und auf der Baustelle kontrolliert wird.

Präzision steht natürlich auch auf der Baustelle eines Fertighauses an erster Stelle. (Foto: FingerHaus)
Präzision steht natürlich auch auf der Baustelle eines Fertighauses an erster Stelle. (Foto: FingerHaus)

Dies gilt auch für FingerHaus: Seit dem Umzug des Unternehmens von Bottendorf ins benachbarte Frankenberg zu Beginn der 90er sorgen stetige Investitionen in modernste Fertigungstechniken für immer perfektere Prozesse und garantieren höchste Qualität und Genauigkeit. Die 90er Jahre markieren auch den Beginn einer Neuausrichtung des Holz-Fertigbaus. Die Unternehmen verschreiben sich einer immer größeren Serviceorientierung. Für den Bauherrn sind einige Unternehmen von der Planung bis zum Einzug der einzige Ansprechpartner – ein echter Vorteil gegenüber der konventionellen Bauweise.

Auch architektonisch werden Fertighäuser immer anspruchsvoller. Vor allem seit der Jahrtausendwende sind bei der Planung kaum noch Grenzen gesetzt. Egal ob klassisch oder zeitgenössisch – Individualität wird großgeschrieben, die Häuser werden auf die Wünsche der Kunden zugeschnitten. Die standardisierte Fertigung, die oft mit einer Gleichförmigkeit der Entwürfe einher ging, gehört der Vergangenheit an. Auch bei FingerHaus ist jedes Haus ein Unikat und wird nach den Ansprüchen, Vorstellungen und Notwendigkeiten der Kunden geplant. Fast 20 eigene Architekten entwickeln gemeinsam mit den Ideen der Kunden über 700 Häuser jährlich – damit gehört FingerHaus zu den größten Unternehmen seiner Branche mit der aktuell modernsten Produktion. Das Erfolgsrezept ist die Kombination innovativer Fertigungstechniken mit den Qualitäten des guten alten Handwerks. Mit laufenden Modernisierungen sowie der Erweiterung und Umstrukturierung der Produktion im Jahr 2017/2018 geht FingerHaus den Weg in eine neue Ära der Hausfertigung: die Produktion 4.0. Automation entlastet den Mitarbeiter und sorgt für noch größere Präzision.

Die Produktion 4.0 bringt zukunftsweisende Technik und optimierte Prozesse für allerhöchste Präzision in die Fertigungshallen. (Foto: FingerHaus)
Die Produktion 4.0 bringt zukunftsweisende Technik und optimierte Prozesse für allerhöchste Präzision in die Fertigungshallen. (Foto: FingerHaus)

Die Vorteile des Holz-Fertigbaus

Ein Vorteil der Bauweise, den viele Bauherren zu schätzen wissen, ist die schnelle Errichtung eines Fertighauses, jedoch ist dies meist nicht mehr das wichtigste Argument für den Kauf. Der große Vorteil der Fertighäuser in Holzbauweise ist das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis. Dazu kommt der bestmögliche Festpreis, der nachvollziehbar ist und keine versteckten Kosten enthält. Dies ermöglicht Bauherren eine sichere, langfristige Planung. Insbesondere beim Qualitätskonzept sind es aktuelle Technologien, eine nachhaltige Bauweise und die fachlich kompetente Ausführung aus einer Hand, die für einen gelungenen und entspannten Hausbau sorgen.

FingerHaus-Musterhauspark in Frankenberg (Eder). (Foto: FingerHaus)
FingerHaus-Musterhauspark in Frankenberg (Eder). (Foto: FingerHaus)

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