Wie entsteht ein Holz-Fertighaus?

Symbiose aus traditionellem Holzbau und industrieller Fertigung

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Der Holz-Fertigbau ist eine Symbiose aus traditionellem Holzbau und industrieller Fertigung. (Foto: FingerHaus)
Der Holz-Fertigbau ist eine Symbiose aus traditionellem Holzbau und industrieller Fertigung. (Foto: FingerHaus)

Die Grundstücksuche war erfolgreich. Die Baugenehmigung ist erteilt, der Vertrag zwischen Baufamilie und Häuslebauer geschlossen. Sobald die architektonische Planung und die Bemusterung des neuen Eigenheims von der Innenausstattung bis zur Fassadengestaltung – frei nach den individuellen Wünschen und Vorstellungen der Baufamilie – feststehen, können Zimmerer, Holzmechaniker & Co. mit der Vorfertigung des Holz-Fertighauses beginnen. Diese findet in großen, wetterunabhängigen Industriehallen statt.

„Der moderne Holz-Fertigbau ist eine Symbiose aus dem traditionellen Holzbau und industriellen Produktionsverfahren. Sinnvoll vereint die Bauweise das Beste aus Handwerk und Industrie“, sagt Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF). An großen Produktionstischen fertigen ausgebildete Handwerker und Mechaniker gemeinsam bis zu rund 12,50 Meter große Bauteile, meist in Holz-Tafelbauweise. Zunächst wird ein Riegel- oder Ständerwerk aus getrockneten und exakt zugeschnittenen Holzbalken zusammengesetzt. Im Inneren werden einzelne Kammern mit sogenannten Stielen voneinander getrennt.

Die Riegelwerkstation ist das Herzstück der Fertigung. (Foto: FingerHaus)
Die Riegelwerkstation ist das Herzstück der Fertigung. (Foto: FingerHaus)

Dann wird das Riegelwerk beispielsweise mit Holzwerkstoffplatten einseitig verschlossen, die Kammern werden mit Dämmmaterial gefüllt. Je nachdem, ob es sich um Außen- oder Innenwände oder ein Deckenelement handelt, werden Leitungskanäle für Strom, Wasser, Heizung oder Lüftung beziehungsweise Aussparungen für Fenster und Türen integriert. Letztgenannte werden bereits bei der Vorfertigung eingebaut. Auch werden der Grundputz oder Fassadenelemente wie Holzplatten auf die Außenwände aufgetragen. Auf der Außenseite der Wandelemente kommt darüber hinaus meist ein Wärmedämmverbundsystem mit zusätzlicher Dämmung zum Einsatz.

„Das trägt den steigenden Anforderungen der Energieeinsparverordnung ebenso Rechnung, wie dem Qualitätsanspruch aller Fertighaushersteller, die Mitglied im BDF sind. Sie sprechen sich für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Zuhause aus und lassen die Einhaltung strenger Qualitätskriterien bei der Vorfertigung und auch beim Hausaufbau regelmäßig von der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau sicherstellen“, so Klaas.

Alle Leistungen kommen beim Holz-Fertigbau aus einer Hand

Ehe die beidseitig verschlossenen Wände sowie die Deckenelemente, die ebenfalls aus Holz oder aus einer Kombination von Holz und Beton gefertigt werden, mit dem LKW zur Baustelle gefahren werden, findet eine Endkontrolle aller Bauteile durch den Haushersteller statt. „Im Detail kann sich der Wandaufbau unterscheiden, da Hersteller unterschiedliche Zusammensetzungen bevorzugen“, merkt Klaas an. Gemein haben sie hingegen, dass die Wandelemente schließlich lasttragend und raumabschließend sind und an der Baustelle meist binnen zwei Tagen von einem Aufbauteam des Herstellers, der alle Leistungen aus einer Hand übernimmt, zusammengesetzt werden.

Zu den Leistungen aus einer Hand zählen übrigens häufig auch Arbeiten, die eher dem traditionellen Holzbau zuzuordnen sind: Etwa können Bauherren Treppen oder Geländer aus Holz bekommen, die ebenso präzise und individuell gefertigt sind, wie das Haus, in das sie einige Wochen später einziehen werden. BDF/FT

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