Fertighäuser sitzen wie ein Maßanzug

Industrielle Präzision + individuelle Planung

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Fertighäuser werden individuell geplant und realisiert. (Foto: FingerHaus)
Fertighäuser werden individuell geplant und realisiert. (Foto: FingerHaus)

Ein Maßanzug wird seinem Träger individuell auf den Leib geschneidert – das gleiche gilt für ein Fertighaus und dessen Bauherr. In der Planungsphase, die mehrere Wochen oder gar Monate andauert, formen der Bauherr und sein persönlicher Fachberater des Fertighausherstellers den Bauplan für das neue Zuhause. Die Umsetzung des Plans findet erst im Werk, später auf dem Baugrundstück statt. „Nach Bauabschluss passt das Fertighaus wie angegossen zu den individuellen Wünschen der Baufamilie. Die industrielle Vorfertigung garantiert zudem, dass sich alle Bauelemente präzise wie Stoff und Faden eines Maßanzugs zusammenfügen“, sagt Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF).

Die Produktionshallen von FingerHaus. (Foto: FingerHaus)

Während es draußen schüttet und stürmt, setzen Holzmechaniker, Zimmerer & Co. in großen Werkshallen den Plan einer Baufamilie vom individuellen Fertighaus in die Tat um. An großen Produktionstischen fertigen Mechaniker und Handwerker gemeinsam bis zu rund 12,50 Meter große Bauteile, meist in Holz-Tafelbauweise. Zunächst wird ein Riegel- oder Ständerwerk zusammengesetzt. Das besteht aus getrockneten Holzbalken, die computergesteuert und somit millimetergenau vorbereitet werden. Meist kommt hierfür heimisches Fichtenholz zum Einsatz, durchschnittlich 30 Kubikmeter pro Haus.

Ehe das Ständerwerk mit ebenso exakt zugeschnittenen Holzwerkstoffplatten einseitig verschlossen wird, werden einzelne Kammern im Inneren mit sogenannten Stielen voneinander getrennt. Die Kammern werden mit Dämmmaterialien wie Hanf oder Holz-Weichfaserplatten gefüllt. Leitungskanäle für Strom, Wasser, Heizung oder Lüftung werden dem Bauplan entsprechend und je nachdem, ob es sich um eine Außen- oder Innenwand beziehungsweise ein Deckenelement handelt, vorab verlegt.

Außerdem werden zunächst Fenster- und Türöffnungen ausgespart und die neuen „Häuseraugen“ ganz nach Wunsch des Bauherrn im Werk eingebaut. Auch werden der Grundputz oder Fassadenelemente wie Holzplatten auf die Außenwände aufgetragen. Auf der Außenseite der Wandelemente kommt darüber hinaus meist ein Wärmedämmverbundsystem mit zusätzlicher Dämmung zum Einsatz. „Der intelligente Wandaufbau und die natürlichen Dämmeigenschaften von Holz sind so exakt aufeinander abgestimmt, dass ein modernes Fertighaus in der kalten Jahreszeit weniger Wärme hinaus- und im Sommer weniger warme Luft hineinlässt“, so Klaas.

Bevor die vorgefertigten Wand-, Dach- und Deckenelemente das Werksgelände verlassen, werden sie abschließend nochmal genau überprüft. Damit stellt der Haushersteller sicher, dass einerseits der Bauherr die vertraglich zugesicherte Qualität erhält und dass andererseits der Aufbau des Hauses auf der Baustelle nur durchschnittlich zwei Werktage dauert. „Die Präzision industrieller Arbeitsschritte zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Bauprozess eines Fertighauses. Daraus ergibt sich eine Planbarkeit, die es der Branche ermöglicht, Fertighaus-Bauherren einen fixen Fertigstellungstermin und eine Preisgarantie für ihr neues Zuhause anzubieten“, schließt Klaas. BDF/FT

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